![]() |
![]() |
![]() |
||
| Aufstieg zum Jebel Toubkal, 4167 m | Wasserverkäufer in Marrakesch. | Abfahrt im "Bröserlfirn". |
|
|
|
"Wo wollen denn Sie hin mit Ihren Skistiefeln? Ich war da schon mal, aber Skitouren in Marokko, da sind Sie wohl falsch informiert." So oder ähnlich
sind die Reaktionen unserer Mitreisenden bei unserem Flug in
das islamische Königreich Marokko, am Nordwestrand Afrikas. Obwohl in der deutschsprachigen Literatur etwas vernachlässigt, bietet der Hohe Atlas mehr als 40 Gipfel über 3.000 m, die Höchsten stehen im Zentralteil südlich von Marrakesch. Neben dem Jebel Toubkal 4.167m, den höchsten Berg Nordafrikas erreichen dessen sechs Nachbargipfel und der westlich der Dadas Schlucht aufragende M´Goum die 4.000 er Grenze. Kaum in Marrakesch angekommen entfliehen wir nach dem üblichen Einkaufsstreß mit einem überladenen Taxi, in das abgeschiedene Berberdorf Imlil, den Ausgangspunkt für Touren um den Jebel Toubkal, 60 km von Marrakesch entfernt. Hier wechseln wir das
Transportmittel, unsere Ski und unsere Ausrüstung werden
auf zwei Maultiere verladen. Ab der Schneegrenze übernehmen
Träger die Lasten. Gute 5 Stunden dauert der Aufstieg zu
unserem Basislager nahe der Neltner-Hütte. Viele Zelte sind noch
nicht da, nur eine Gruppe aus Österreich. Um Ostern April
- Mai soll sich der Schnee in den legendären "Bröserl-Firn"
durch die hohe Sonneneinstrahlung verwandeln. Als ich am nächsten Morgen, den Zeltreißverschluss aufmache, traue ich meinen Augen nicht. Nebel und Schneetreiben, und das in Afrika, wo wir doch auf Sonne eingestellt waren. Die Zelte sind schon ganz zugeweht und wir müssen sie freischaufeln. Heute läuft nichts. In den nächsten Tagen gelingen uns bei Traumwetter und Traumbedingungen ," Tiefschneebröserlfirn" der höchste Gipfel Nordafrikas, der Jebel Toubkal, 4167 m, der Akioud,4010m und der Imouzzer, 4010 m. Erst auf diesen Gipfeln wird uns bewußt, daß wir uns eigentlich auf verschneiten Inseln am Rande der Sahara, der größten Wüste der Erde bewegen. Das Wetter spielt wieder
verrückt. Obwohl wir unsere Zelte schon in einer Mulde hinter
einem Stein aufgebaut haben, zerrt der Wind die ganze Nacht an
den Nylonplanen, daß an Schlaf nicht zu denken ist. Viel zu früh kommt die Trägermannschaft für den Abtransport. Doch der Abschied fällt uns nicht sehr schwer. In den letzten Tagen, Osterfeiertage, wurde unsere kleine Oase um die Neltner Hütte durch Spanier, Italiener, Österreicher und Franzosen in ein richtiges Heerlager verwandelt. Wir zählen bis zu 35 Zelte. Zurück in Marrakesch können wir uns nun dem orientalischen Treiben der Stadt widmen. Wir bummeln über den berühmten "Platz der Geköpften", bestaunen Schlangenbeschwörer, Musikanten und Märchenerzähler und lassen uns durch die verschiedenen "Souks" treiben. An den exotischen Ständen werden von Souvenirs bis hin zu undefinierbaren Wundermitteln, alle erdenkliche Waren verkauft. Das Ganze ist überlagert von den verschiedensten Wohlgerüchen des Orients und man fühlt sich in die Welt aus 1001 er Nacht zurückversetzt. © AD - April 1995 |
![]() |
![]() |
![]() |
||
| Zeltplatz unter der Neltner-Nütte, 3200 m | Karte Marokko | Ausflug mit Kamel in die Wüste. |